Ysper - Früheres Krongut Nochelinga

Als der Sitz der „Nochelinga" ins Tal verlegt wurde, kam es zur Gründung des Marktes Ysper, eigentlich des neuen Marktes. Herrschaftssitz war das Haus neben der Kirche, heute Gasthaus „Zum grünen Baum" Fam. Rotter-Neunlinger, Ysper 1.      

Brunnen in Ysper                                                                  
Großen Verdienst um den Markt, sie ist auch die Erbauerin der Kirche, kommt der Königin Agnes zu, der Enkelin Rudolfs von Habsburg. Nach der Ermordung ihres Gemahls, des König Andreas III von Ungarn, zog sie auf einige Jahre auf ihren Witwensitz (Herrschaft Yspertal) wie nun das frühere Krongut Nochilinga hieß, zurück. Die Burg Wimberg war auf kurze Zeit ihr Wohnsitz. Königin Agnes von Ungarn gab 1314 ihrem eigen zu Ysper besondere Vorrechte. 
Der Markt wurde durch Wall und Graben befestigt, beim Landgericht Ysper wird bereits 1282 ein Richter genannt. Das Hochgericht bestand am „Henkerbühel". Der Galgen wurde erst 1930 entfernt. Von den Befestigungen sind heute noch Reste der Wälle zu sehen. Sie waren mit Pallisander versehen. 
Als die Husitten 1432 beide Märkte verwüsteten, hielten sie sich in einer Wagenburg verschanzt (noch heute nennt man die Stelle „Wagenburg") und unternahmen ihre Raubzüge lange Zeit von hier aus. Oberhalb des Henkerbühels befindet sich der Galgenstein, der wegen seiner charakteristischen Form und seiner Lage von den Sommergästen gerne besucht wird. Er hat auch eine „Blutschüssel", was auf eine heidnische Kultstätte hindeutet. Der Freimann hatte am Fuße des Felsens sein Häuschen, das heute noch steht.
Königin Agnes hat die Kirche in Ysper reich dotiert, die heute noch über einen bedeutenden Waldbesitz verfügt. 1600 wurde aus zwei Bauerngütern ein neuer Herrschaftssitz gebildet und das Schloss Rorregg erbaut, das künftighin den Mittelpunkt der Herrscher des Yspertales bildete.
Die Kirche ist dem römischen Märtyrer Laurentius geweiht und liegt erhöht am Westende des hübschen Marktplatzes indessen ein Wasserbassin mit der Jahreszahl 1754 (1860 kam er vom ehemaligen Kloster Säußenstein hieher), ein alter Pranger (Säule mit Schlangenmotiv) nach romanischer Bauart, der Aufsatz mit der Zunge zeigenden Sandmännchen im Renaisance-Stil) und stattliche Bäume zieren den Platz. 
Einen neuen Friedhof mit einer einzig schönen Lage, erhielt die Pfarre im Jahre 1913.

Ysper